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Hütten-Erlebnisse - Wir danken den Authorinnen und Authoren

Erlebnisberichte von Hüttenangestellten

Um allen Berghütten-Interessierten einen kleinen Einblick in die Tätigkeiten und das Leben eines/er Berghüttenangestellten zu gewähren, haben sich diverse Personen grosszügigerweise bereit erklärt, für Euch die Gedanken und Erfahrungen welche sie auf der Berghütte gemacht haben in den wenigen stillen Minuten niederzuschreiben.

www.sentiero.ch bedankt sich ganz herzlich für das Engagement.


Falls auch Ihr Eure Erfahrungen den vielen Interessierten weitergeben möchtet, meldet Euch unverbindlich unter Kontakt mit dem Vermerk [Erfahrungsbericht].

Wir werden uns gerne mit Euch in Verbindung setzen.

 

 


Hüttenstellen bei Sentiero
Hier gehts zu den Berghüttenstellen





















    Erlebnisberichte von Berghüttenangestellten
Aktualisiert am: 18. Nov. 2013    
   
     
Anenhütte im Lötschental - Winter




Autor M.Bauer
 
Hallo Schnee!
Hüttenpraktikum auf der Anenhütte vom 25.03.-01.04.2013


Raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer! So oder so ähnlich hab ich mir das gedacht. Mal weg vom Industriealltag, weg vom Schreibtisch, dem PC und statt gewöhnlichen Urlaub mithelfen die Anenhütte für die Ski- und Schneeschuhtouren- Saison fit zu machen.
Nach einem kurzen Telefonat mit Peter und Prisca, den Eigentümern und Betreibern der Hütte, war sofort zwischen uns eine Grundsympathie gegeben. Danach ein kleines Bewerbungs- schreiben mit Lebenslauf und kurz darauf ging es schon los.

Mit den Ski sind wir am Montag zu dritt zur Hütte aufgestiegen. Hallo Schnee! So viel vom weißen Gold hatte Peter an seiner Hütte auch noch nicht gesehen. Per Lawinenschaufel wurden 2 Türen freigelegt, dann ging es gleich zum Ausgraben des
Dieselaggregat, so hatten wir - von Peter perfekt organisiert - binnen kürzester Zeit Strom und fließend Wasser und bald drauf auch eine warme Hütte. Das Dieselaggregat dient als Notstromaggregat und wird zusätzlich betrieben, so lange es nicht genügend Wasser für das hütteneigene Wasserkraftwerk gibt.

Obwohl die Hütte erst offiziell am Donnerstag öffnen sollte, haben wir gleich am ersten Tag einer kleinen Gruppe, die ihr eigentliches Ziel nicht erreichen konnte, Unterkunft gewährt. Gefühlt ging es dabei in erster Linie um gelebte Bergkameradschaft und nicht darum gleich das erste Geld der Saison zu verdienen. Außerdem gab es für die Truppe freies Essen gegen Schnee schaufeln, ein fairer Deal, vor allem für mich und
Robi, der auch mithalf die Hütte in Gang zu bringen.


Die nächsten Tage wurde fleißig munter weiter geschaufelt: Schneeschneisen auf der Terrasse, Fenster freilegen, damit die Sonne unterm Tag die Hütte mit erwärmt, Sandfang und Fassung für das Wasserkraftwerk und vieles mehr. Leider war die Schneefräse nur bedingt einsatzfähig, da sie immer wieder in den Schwimmschneeschichten versunken ist.
Am Mittwoch, dem ersten echten Traum-Sonnentag........

Hier geht's zum ganzen Erfahrungsbericht (pdf-Datei)
     
   
     
 
SF-Videostream - Interview mit Megi Schleiss - Rugghubelhütte

Megi Schleiss war schon als 20-Jährige Hüttenhelferin auf der Rugghubelhütte. Damals waren ihre Eltern dort Hüttenwart. Mit der Rugghubelhütte verbindet Megi Schleiss viele Erinnerungen und Gefühle. Welche das sind, beschreibt sie in diesem Interview.

Zum SF VIDEOPORTAL-Link
(Bei langsamen Verbindungen könnte der Aufbau einige Zeit in Anspruch nehmen)

     
   
     
Autorin:
M.G. Sommer 2010
 
DURCH DAS KÜCHENFENSTER DIE RICHTIGEN BERGE SEHEN

NZZ-Bericht von M.G. über den Arbeitseinsatz in der Anenhütte.
Wenn Tagestouristen erschöft in der Anenhütte im Lötschental ankommen oder hartgesottene Bergsteiger sich auf eine Tour vorbeireiten, dann sorgt Studentin M.G. für ihr Wohle.

Anenhütte im Lötschental

Sie möge am liebsten die "richtigen Berge", sagt die 30-jährige M.G.. Die hochalpinen Gegenden seien eher ihre Welt als etwa der Jura.
Ganzer Bericht als Pdf-Datei (mit dem Einverständnis des Anenhütten-Hüttenwarts)

Autor:
R. Widmer 15.Feb.2010




















Hüttenwarte Leglerhütte
Hüttenwarte Sara & Romano



Schneefräsen macht Spass





Frisches Brot - Was will man mehr


So kann Essen auch aussehen

 
Unvergessliche Wintertag auf der Leglerhütte

Die letzten drei Tage durfte ich als Hüttenhilfe auf einer SAC-Hütte verbringen. Nicht einfach auf irgendeiner SAC-Hütte, sondern auf der Leglerhütte.

Leglerhütte SAC

Aus architektonischer Sicht (Bildergallerie Architektur) ist die Leglerhütte ein ganz besonderes Schmuckstück der Alpen. Aber auch aus menschlicher Sicht. Auf der Leglerhütte begrüsst den Gast kein bärbeissiger Einsiedler-Hüttenwart, sondern Sara und Romano, die der Leglerhütte seit einigen Jahren ihren herzlichst-sympathischen und innovativen Stempel aufdrücken.

Die beiden bescherten mir am ersten Tag gleich ein erstes, unbezahlbares Erlebnis: Den dreistündigen 700 Meter Höhendifferenz-Aufstieg zur Hütte mit Schneeschuhen - und zwar als «Pioniere». Seit zwei Wochen hatte keine Menschenseele mehr den Aufstieg in Angriff genommen. Wir waren die ersten und legten die Spur. Sagenhaft! Allerdings auch sagenhaft anstrengend. Oben angekommen war ich fix und fertig, vor allem weil Romano beim Aufstieg von irgendwoher scheinbar unerschöpflich Energie beziehen konnte. Und ich bin ja nun wirklich auch nicht un-fit …

Leider gibt es keine Fotos vom Aufstieg. Ich wäre noch mehr hinter Romano zurückgefallen, wenn ich auch noch zu knipsen begonnen hätte. Solche Schneemassen wie oben bei der Hütte habe ich noch selten gesehen. Natürlich war auch hier alles unberührt. Wir mussten zuerst einmal die Terrasse freischaufeln und mit der Schneefräse hantieren. Romano muss gespürt haben, dass ich wie wohl alle Männer auf potente Maschinchen stehe und übergab mir das heisse Teil nach einer kurzen Einführung in die Funktionen der verschiedenen Hebel.
Bildergallerie Schnee-Massen (für grosse Ansicht jeweils auf die kleinen Bilder klicken)


Nun trafen die ersten Gäste ein, die sich schon bald an einer herrlichen Sonnenuntergangs-Stimmung ergötzen konnten.
Bildergallerie Abendstimmung

Dann folgten drei sehr anstrengende aber fantastisch beglückende «von 7 bis 22 Uhr auf den Beinen sein»-Tage mit Kochen, Putzen, Reden, Servieren, Wasser «suchen» …Bildergallerie Hüttenleben

… mit Rüebli-Torte und Zöpfe backen - mit etwas misslungenem Design (mein Werk), aber leckerem Geschmack.
Fürs nächste Mal werde ich zuerst diese Videoanleitung anschauen.

Drei Tage mit glücklichen Gästen was kein Wunder ist bei diesem ausgezeichneten Essen …und dieser Stimmung bereits am frühen Morgen
Bildergallerie Morgenstimmung




--> Alle Bildergallerien


Autorin:
Regina Gregori
Mai 2009





























































 
Als Tellerwäscherin - Zimmermädchen - Raumpflegerin -
Serviertochter und WC-Frau auf 2‘570 Meter über Meer im Einsatz


Ein Netz mit 750 kg Waren liegt im Schnee oberhalb des Hütteneingangs. Daneben hat sich eine Gruppe junger, bergbegeisterter Skitourenläufer, die soeben die knapp 1‘000 Höhenmeter von Realp schwitzend hinter sich gebracht haben, hingefläzt. Noch ist nichts mit Gastfreundschaft und Hüttenromantik. Zuerst muss der Hütteneingang vom Schnee freigeschaufelt und die Hütte betriebsbereit gemacht werden. Während einer Woche trotzte sie unbewartet heftigen Schneestürmen. Die gewaltigen Schneemassen zeugen davon. Evi erklärt mir, dass sich vor der Hütte eine Terrasse befindet, die vor einer Woche freigeräumt war. Ich kann beim besten Willen nichts erkennen. Alles weiss. Meterhoch.

Die paar Meter, wo der Heli uns abgesetzt hat bis zur Hütte versinke ich hüfttief im Schnee. Nicht dass ich einen roten Teppich erwartet hätte. Ich staune einfach. Es ist Mai und tiefster Winter. Innert kürzester Zeit sind meine Hosen und die Trekkingschuhe nass.

Und wo sind die zwei Katzen? Der Hüttenwart sucht verschiedene mögliche Verstecke ab. Keine Spur. Ob sie unter diesen unwirtlichen Bedingungen auch dieses Mal überlebt haben? Wir rechnen mit allem.

Nachdem der Hüttenwart den Eingang notdürftig vom Schnee freigeschaufelt hat, schleppen wir die Vorräte in die Hütte. Weinkartons, Bierharassen, PET-Flaschen, WC-Papier, Mehl, frisches Gemüse und vieles mehr. Das Haus ist bis unter das Dach gefüllt mit Vorräten und Abfällen. Einige Mehlpakete haben die Strapazen der Reise bis hier hinauf nicht unbeschadet überstanden. Eine teigartige Masse ziert meine Hosen und auf der Treppe liegt eine Mehlspur. Es erinnert mich an eine Backstube.

Nach einer Stunde ist der ganze Spuk vorbei. Langsam kehrt das geordnete Leben in die Hütte ein. Evi taut Fruchtkuchen auf, feuert den Ofen ein und setzt die Pfannen auf den Herd. Ich kundschafte die Hütte aus und verstaue meine sieben Sachen im Winterraum. Hier werde ich die kommenden Wochen verbringen. Ich mache mich daran, den Ofen einzuheizen.

Und während wir mit all den Arbeiten beschäftigt waren, haben sich die Katzen unbemerkt in die Küche geschlichen und tun sich nun vor dem Futternapf genüsslich.
Sie haben diese Woche im Schnee und auf sich alleine gestellt offensichtlich unbeschadet überstanden. Schade, dass sie uns nicht von ihren Abenteuern erzählen können.

Am folgenden Tag erklärt mir Evi kurz die Arbeiten, die ich zu erledigen habe. Einfach immer hinter dem Schmutz hinterher, den die Gäste zurücklassen. Zuerst kommt das Frühstücksgeschirr an die Reihe, dann geht es vom Aufenthaltsraum in die Schlafgemächer und zuletzt in die Blasen- und Darmentleerungsstation im Keller. So manches geht mir durch den Kopf, während ich still meine Arbeiten verrichte. Ich bin Tellerwäscherin, Raumpflegerin, Zimmermädchen und WC-Frau in einem. Zwischendurch gönne ich mir eine Pause und verpflege mich nach Lust und Laune in der Küche und in der Vorratskammer.

Bis am Mittag bleibt es ruhig in der Hütte. Für das Mittagessen sorgt jeder von uns selber. Ich wärme mir eine Suppe oder Resten vom Vortag auf, stibitze ein paar Willisauer Ringli, trinke einen Tee, ein Rivella.

Über all den Arbeiten im Haus steht immer die strikt zu befolgende Anweisung, mit dem Wasser sparsam umzugehen. Nach dem Nachtessen tauche ich mit den gelben Gummihandschuhen in die braune Abwaschbrühe, bürste den Schmutz und das Fett von Tellern, Gläsern, Suppentöpfen, Salatschalen, fische das Besteck heraus, lege es zum Abtrocknen hin. Alles was der Abwaschbürste entgeht, erledigen die Abtrocktücher. So einfach ist das! Es gehe hier oben schliesslich nicht darum, irgendeine Hygieneauszeichnung zu erhalten, meint der Hüttenwart lakonisch. Ich muss mich wohl oder übel damit abfinden, dass auf dieser Höhe wegen den knappen Wasservorräten andere Massstäbe an die Sauberkeit gestellt werden.

Evi hat mir inzwischen den Auftrag erteilt, die Bettwäsche in allen Zimmern auszuwechseln. Darüber werden sich die ersten Gäste freuen und auf den frisch bezogenen Nachtlagern bestimmt himmlisch schlafen, denke ich. Doch schon bald werden auf den täglich ordentlich gefalteten Decken und den in Form geklopften Kopfkissen die Spuren von manch verschwitztem Gast zu riechen sein, der hier nach einer anstrengenden Bergtour seine müden Glieder ausgestreckt und versucht hat, einzuschlafen.

In den folgenden Tagen krieche ich über unzählige Matratzen, schlage auf der Suche nach Staub und Schmutz immer wieder meinen Kopf und meine Beine an massiven Holzteilen an. Ich wische Papiertaschentücher, Ohropax, Heftpflaster, PET-Flaschen und eine Unmenge von Staub und Krümel zusammen. In den Holzritzen entdecke ich Papierchen, die raffinierte Gäste zum Entsorgen hineingesteckt haben. Der grosse Fund bleibt aber aus.

Nach dem Nachtessen und dem Abwasch ziehe ich mich in mein Zimmer zurück, lege mich in meinen wohlig warmen Schlafsack und lese ich bis spät in die Nacht im Schein der Taschenlampe. Ich geniesse die Ruhe, die mich umgibt.

Nach einer Woche gehen die Vorräte an frischer Bettwäsche zur Neige. Gleichzeitig scheint auch niemand mehr wirklich Lust auf Schnee und Skitouren zu haben. Die Anmeldungen für das kommende Wochenende bleiben aus. Es braucht mich nicht mehr. So spontan und begeistert wie ich mich für drei Wochen Hüttenleben entschieden habe, so abrupt geht mein Einsatz am folgenden Tag zu Ende.

Zusammen mit einem Gast besteige ich zum Abschluss das Grosse Leckihorn. Nachher geht es durch Sulzschnee dem Frühling entgegen. Kurz vor Realp rennen die ersten Murmeltiere über die schneebedeckten Hänge, noch träge und schwerfällig nach dem langen Winterschlaf. Daneben schiessen Krokusse aus der Erde.
     
   
     
Autorin:
B.P. 01.September 2008






































- Die Flughelfer sind alle
sehr nett und hilfsbereit.
Die "Helitage" sind immer
aufregend und
arbeits-reich.




























- Ab ca. 20 Uhr gibt es
Spülhände.
- Mit dieser Wähe
ernte ich viele Lacher,
weil ich Salz und Zucker
verwechselt habe.
Anstatt Zimmerstunde
backe ich eine neue..
- Es gibt täglich Dessert.
Manchmal sind wir noch
in der "Experimentier-
phase", was die beste
Arbeitsweise betrifft.







- Diese Liegestühle habe
ich erst am letzten Tag
getestet
(Ergebnis: herrlich!).
- Die ersten Tage habe
ich sogar noch Zeit
Blumen zu fotografieren.
- Vielen Dank an Sina.
Ihre CD ist immer am
laufen. Ich summe ihre
Lieder schon morgens
im Bett..



















- Wenn bei schlechtem
Wetter viele Gäste
kommen wird es eng.
Nicht mit auf dem Bild ist
der unglaubliche Dunst
der feuchten Wander-
stiefel und der
verschwitzten Kleidung.
- Es gibt kaum Privat-
sphäre. Das ist unser
Wohn-, Ess-, Arbeits-,
Hauswirtschafts-, Büro-,
Telefon- Wellnessraum.
- Während der Schul-
ferien ist unsere Hütte
fast immer ausgebucht.










 
8 Wochen als Berghüttengehilfin

In Gedanken bin ich noch immer auf „meiner“ Hütte......

STELLENSUCHE
Schon im Winter 2007/2008 habe ich eine Stellenanzeige bei Sentiero.ch platziert. Im frühen Frühjahr kamen auch einige Anfragen, aber vieles hat nicht gepasst. Ich habe mir ein Zeitlimit von 8 Wochen gesetzt. Meine Familie wollt ich nicht länger allein lassen.
Im April habe ich ein kurzes Einstellungsgespräch. A. und ich, wir treffen uns in einem Cafè auf halber Strecke. Alles passt, die Chemie stimmt, ich freue mich einfach, obwohl ich auch viel Kritik ernte: „wie kannst du deine Kinder nur so lange allein lasse...?“
Ich fahre trotzdem...
Die Tage davor habe ich viel zu organisieren und eine grosse innere Anspannung.

ANKUNFT
Um 17:30 Uhr komme ich einigermassen verschwitzt auf meiner Hütte an. A., der Hüttenwart, steht in der Küche und kocht. Ich beziehe mein Zimmer, das ich nur noch drei Tage alleine bewohnen werde, eine kurze Dusche und los geht`s. Tischen, Salat richten, servieren, abwaschen... Habe ich gedacht, ich würde als Deutsche die Schweizer gut verstehen, so merke ich schnell wie sehr ich mich getäuscht habe. Spricht A. sein bestes Hochdeutsch, bin ich stolz wie gut ich das Schweizerdeutsch verstehe...
Für eine flüssige Verständigung braucht es wohl noch einige Tage Zeit.
„`s chlises Bier, gärn..“ verwirrt mich die ersten Tage ziemlich.
Jedes Teil muss ich suchen und hundert Mal nachfragen.
Die erste Nacht schlafe ich tief und fest. Meine ganze Anspannung fällt ab. Der nächste Tag ist dann fast schon ein normaler Arbeitstag. A. zeigt mir den ganzen Hüttenhaushalt. Ich mache mich mit der Speisekarte vertraut, Betten machen, wischen, kochen.
Das Bier ist fast leer, auch Butter, Eier, Gemüse, Joghurt sind Mangelware. Für den übernächsten Tag ist der Heli mit einer neuen Lieferung angekündigt. A. will schon am Abend vorher ins Tal gehen, um dann morgens gleich alles organisieren zu können und den unten abgeladenen Müll zu entsorgen. Das heißt, ich bin für einen knappen Tag Hüttenchefin.

ERSTMALS ALLEINIGE HÜTTENCHEFIN

Ich begrüße die Gäste, weise die Lagerplätze zu, koche zwischendurch, das Telefon klingelt gefühlt 700 Mal, ich schenke Getränke aus (die, die es noch hat)... Nach dem Abwasch spreche ich mit meinen Gästen ab wer wann frühstücken möchte. Sehr angenehm: vor sechs Uhr möchte niemand aufstehen. Ich fühle mich wunderbar, ein richtig gemütlicher Hüttenabend. Alle sprechen miteinander, Engländer, Schweizer, Deutsche...

Am Morgen, kurz nach dem Frühstück, höre ich schon viel früher als angekündigt das Rattern des Helis. Die erste Lieferung kommt. Ich halte mich etwas abseits, wie A. mir aus Sicherheitsgründen geraten hat. Falsch, wie mir gleich der Flughelfer erklärt. Die erste Ladung wird an der falschen Hüttenseite abgelassen. Ich bin fasziniert und aufgeregt zugleich. Zum Glück unterstützt mich der freundlichste Flughelfer der ganzen Schweiz. Er hilft mir schnell all die schweren Kartoffel - und Gemüsekisten in den Keller zu schleppen, bevor die Sonne alles zum Welken bringt.
Dann muss ich noch ein paar Matratzen helitauglich verpacken, die zu unserer Nachbarhütte transportiert werden sollen. Ich rufe ständig bei A. auf dem Natel an und frage ihn, wie ich es machen muss. Meinen Flughelfer hat schon längst wieder der Himmel verschluckt.

Ich empfange noch weitere Lieferungen. Jetzt weiß ich, wie es geht. Ich winke dem Heli zu, öffne den Haken, oder befestige die Matratzen am Haken.
Das ist ein euphorischer Tag für mich. Alles funktioniert, ich fühle mich wie eine die dazugehört. Fast ein wenig Abenteuerromantik.
Aber die Romantik verschwindet mit den vielen weiteren Arbeitsstunden und den wehen Füssen. Die nächsten Tage und Wochen werden sehr streng. Meine Hüttentage vergehen wie im Flug, es wird nie langweilig oder eintönig, aber die Sehnsucht nach den Bergen, die ich so direkt vor der Nase habe, begleitet mich immer. In den wenigen freien Stunden und Tagen kann ich nur wenige meiner ersehnten Ziele erreichen.

DIE ARBEIT
Die Tage beginnen mit der Frühstücksvorbereitung zwischen 4 und 7 Uhr. Kaffee und Tee kochen, Butter, Käse und Brot schneiden. Während die Gäste essen ständig für Nachschub sorgen, mit dem Abwasch beginnen und selber frühstücken, sobald es ruhiger wird.
Wenn alle fertig gegessen haben muss die Küche aufgeräumt werden, der Speiseraum, der Eingang, die WCs geputzt werden. Die Betten müssen gemacht werden und dann die Zimmer geputzt. Geschirrtücher und Lumpen müssen in die Waschmaschine.
Vormittags wird der Kuchen und das Tagesessen für die Tagesgäste vorbereitet. Die vollen Müllsäcke landen in der „Müllkammer“. Immer wieder stehen extra Putzarbeiten wie Fenster, Kühlschränke oder sonst etwas zu putzen an.
Irgendwann selber Mittagessen, möglichst bevor der große Andrang der Tagesgäste kommt (was nie gelingt). Tagesgäste bedienen, Getränke auffüllen, abwaschen. Dann die ersten Gäste empfangen, die Betten zeigen, mit dem Kochen beginnen. Zwischendurch laufend Getränke ausschenken.
Die Suppe nicht zu spät aufsetzen, das Dessert kühl stellen, Salat rüsten, Gemüse, Fleisch... Um 18:30 Uhr mit dem Servieren der Suppe beginnen. Gegen 20 Uhr ist auch das Dessert gegessen, zwischendurch immer freundlich Zuspätkommer empfangen. „Nein, es macht mir gar nichts, die Suppe noch einmal aufzuwärmen...“. Und dann endlich wieder Küche aufräumen, abwaschen, Lebensmittel versorgen, Getränke ausschenken...

Zuletzt Tische abwischen und tischen für den nächsten Tag. Über den Tag klingelt immer fort das Telefon (vor allem, wenn gerade die Zwiebeln anbrennen). So ein Arbeitstag endet zwischen 22 und 23 Uhr.

DIE FREIZEIT
Das Wort Freizeit fällt nicht all zu oft. Wenn alles normal läuft, haben wir Hüttenhilfen nach dem Mittagessen Zimmerstunde. Diese wunderbare, herrliche Zimmerstunde wird allzu oft von irgendwelchen hungrigen Tagesgästen angeknabbert, die plötzlich in ungeahnten Mengen über die Hütte herfallen und bedient werden wollen. Oder Personal ist knapp wegen Krankheit oder aus irgendwelchen Gründen. Dann fällt diese herrliche Zeit der Muse, des Schlafs, der Erholung ganz einfach weg.

Freie Tage müssen passen. Es muss auf das gesamten Team abgestimmt sein, wann wer wie lange frei bekommt.
Im Juli habe ich Glück: ich bekomme drei Tage frei und gleichzeitig gibt es drei Tage Traumwetter. Weil sich bei mir eine Heimreise wegen der langen Fahrt nicht lohnt, wandere ich zur Nachbarhütte. Ich bekomme dort das schönste Bett und, gerade ist das möglich, ein Zimmer allein. Für mich ist es spannend zu sehen, wie auf einer anderen Hütte gearbeitet wird. Das Ausschlafen ist himmlisch und wandern und in der Sonne liegen fühlt sich an wie ein richtiger Urlaub. DAS TEAM
Die Privatsphäre auf einer Hütte ist das WC und das Bett. Alles andere wird mit dem Hüttenteam geteilt. Das Team ist entweder Familienersatz oder (so vermute ich) der Horror. Wir verstehen uns gut.
Je länger der Arbeitstag wird, desto dümmer sind die Witze. Meine Zimmerkollegin, eine Italienerin, muss nur ein Stichwort sagen und ich kann mich schon wieder kugeln vor lachen. Normalerweise arbeiten wir zu dritt oder zu viert. Meine Italienerin und ich, wir arbeiten viel, wir wechseln uns mit den Arbeiten ab, unterstützen uns gegenseitig, aber die Chefin und der Chef arbeiten immer noch einige Stunden mehr als wir.
Einmal wollen wir abends noch einen Geburtstag feiern. Ab 23 Uhr sitzen wir trotz Müdigkeit zusammen, es muss auch noch etwas anderes geben, als nur Gäste und Spülen... Ein entspannter, lustiger Abend, bis sich ein Gast beschwert, der nicht schlafen kann. Wir feiern flüsternd weiter... DIE GÄSTE
Die Gäste sind das einzige Problem. Entweder sind es zu viele, man kommt mit der Arbeit nicht mehr nach (bei uns während der Ferien immer zwischen 80 und 100), oder es sind zu wenige und der Umsatz stimmt nicht. Oder es sind so interessante Menschen zu Gast, daß ich bereue nur so wenig Zeit mit ihnen verbringen zu können. Oder der wertvolle Nachtschlaf geht dabei drauf, wenn einer dieser netten Menschen abends in die Küche kommt und bei einem Glas Wein spannende Geschichten von Expeditionen nach Pakistan oder China erzählt.

Es gibt aber auch diejenigen, die mich gleich morgens, wenn ich gerade mit tiefen Ringen unter den Augen dem Bett entstiegen bin, mit Fragen und Wünschen überhäufen. Gäste, die sich nicht vorstellen können, daß eine Hüttenhilfe in Ruhe frühstücken möchte ... Dankbar bin ich für die Durchreisenden, die Gesprächsstoff für den ganzen Sommer hinterlassen. Zum Beispiel wenn die herzallerliebste Engländerin mit kugelrunden Kulleraugen flötet: „Oh, how lovley! Reallllllllly beautyyyfullll...“
Wir haben diese englische Begeisterung und Höflichkeit in unsere Arbeit mit Einfliessen lassen. Jetzt tönt es oft englisch: „Thank youuuuu veryyyy much.“
Ein zierlich Deutsche steht unschlüssig am Tresen „Nur noch eine Frage: kannst du mir sagen, wie ich hier wieder runter komme...?“ da kann ich erst nur mit den Schultern zucken. Was auf so schwierige Fragen antworten? Aber irgendwie kommt sie dann wieder runter, ich vermute zu fuss... Den grössten Spass habe ich mit den Kibe- und Io Gruppen. Sie bleiben einige Tage und wir können uns gegenseitig kennen lernen. Die Kibe Kinder und Io Jugend sind es, die den anderen Gästen den Hütten- Knigge zeige. Sie räumen den Tisch ab, holen einen Lumpen zum Abwischen, wechseln sich abends in der Küche beim Spülen ab. Und wenn eine neue Lieferung aus dem Himmel mit dem Heli kommt, ist alles Dank vieler Helfer im Nu verräumt. Nur die Tür zu ihrem Lager sollte niemand öffnen, es könnte sein, dass es nicht ganz der gängigen Vorstellungen von Ordnung entspricht... Bei den Ios lerne ich das Eskimo-Spiel, und ich bekomme die wunderschönsten gezeichneten Bergbilder geschenkt. Beim Abschied muss ich mich schnell abwenden, ich glaube mir ist eine Fliege ins Auge geflogen.

DAS WETTER
Das Thema schlechthin. Wie wird das Wetter? Wenn die Sonne vom Himmel lacht, dann ist alles kein Problem. Ich kann damit frohlocken. Alle wollen zu uns kommen. Wer will es noch länger im stickigen, überhitzten Tal aushalten?
Aber regnet es stetig und satt, hängen die Wolken bis tief über das Hüttendach, dann wird es schon schwieriger, selbst bergbegeisterten zu uns in die Höhe zu locken. Eine mögliche Antwort wäre dann: veränderlich. Damit geht man kein Risiko ein. Mit dieser Antwort liege ich immer richtig, da ist alles möglich vom strahlenden Sonnenschein bis zum Nieselregen.
Schon raffinierter ist es am Telefon auf diese Frage aller Fragen bei Starkregen mit „beständig“ zu antworten, wenn der Mensch am anderen Ende der Leitung in einer sonnigen Region Europas sitzt.

Ich bin in meiner Funktion als Hüttenwartsgehilfin für viele Gäste automatisch eine Wettersachverständige auch wenn ich oft als einziges Hilfsmittel den Blick zum Himmel habe. Also, eins stimmt immer: Das Wetter kommt ganz bestimmt. ZURÜCK
Jetzt bin ich wieder daheim. Ich versuche mich wieder in meinem normalen Alltag zu recht zu finden. Der Abschied von den Bergen und meinem Team war so schwer!
Ich genieße es jetzt in meinem eigenen Bett zu schlafen und endlich wieder in Ruhe zu essen.
Aber alles läuft an mir vorbei, wie in einem Film.
Die Luft ist dick wie Brot. An alles muss ich mich wieder gewöhnen, als wäre ich ewig weg gewesen. Ein paar erholsame Tage habe ich mir verdient, aber in Gedanken plane ich schon bald einen Besuch auf „meiner“ Hütte.

Autorin:
Roswitha Hächler
 
Erlebnisbericht als freiwillige Helferin auf der Buffalorahütte
Freiwilliger Einsatz mit ungeplantem Ausgang...


Auch wenn meine Zeit als freiwillige Helferin ein ungeplantes Ende gefunden, war’s für mich eine tolle Erfahrung.
Ich hab vom 25. bis 29. Juni 2008 auf der Buffalora-Hütte im Calancatal gearbeitet.
Die Hütte gehört dem ASAC, Associanzione Sentiero Alpino Calanca. Jeweils im Juni wird die Hütte inklusive der Umgebung für die Sommer-Saison vorbereitet und eingerichtet. Die Arbeit wird während zweier Hüttenarbeitswochen von Vereinsmitgliedern und weiteren Freiwilligen erledigt, koordiniert vom Hüttenchef.Die Arbeiten umfassen:
- Holz, das der Förster geschlagen hatte, zusammentragen, spalten und versorgen
- Markierung der Wege zur Hütte sowie in der weiteren Umgebung
- Hüttenputz
- Wäsche waschen
- allfällige Reparaturen von technischen EinrichtungenDer Hüttenchef gab jeweils das Tagesprogramm bekannt und teilte die Arbeiten zu. Eine Kochmannschaft war - ebenfalls auf freiwilliger Basis - für das leibliche Wohl besorgt.Die Stimmung war super, alle haben nach ihren Kräften mitgearbeitet. Ich selber hab beim Holzen geholfen und Wege markiert, wäre nach Abschluss der Woche noch ein paar Tage geblieben um den Kompost um zu schaufeln und Pfähle für die Markierung der Wege zu bemalen.
Unglücklicherweise bin ich aber am Sonntag Mittag beim Markieren auf einen  schiefen losen Stein geraten und hab mir einen Wadenbeinriss zugezogen. So bin ich dann halt mit der Rega ins Spital von Bellinzona geflogen worden und anschliessend mit zwei Krücken nach Hause gehumpelt.
So hatte mein Einsatz ein vorzeitiges Ende gefunden!
Jetzt bin ich wieder auf dem Damm und plane bereits die nächsten Wanderungen.
Ich kann mir gut vorstellen, wiedermal einen Hütteneinsatz zu leisten und kanns nur weiter empfehlen.

Mit herzlichem Gruss Roswitha
     
   
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Autorin:
Regina Gregori


Ganzer Bericht (PDF)

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Erlebnisbericht als Aushilfshüttenwartin Kochen mit Aussicht auf Fels und Firn und beim Einschlafen vorbeiziehende Himmelsbilder. 

Hinaus aus dem Alltag, hinein in das unbekannte Hüttenabenteuer   Mit Sack und Pack stehe ich am Bahnhof von Zermatt, zum Abholen bereit. Ich blinzle in die Sonne, bestaune die Bergwelt. Träume ich? In Kürze werde ich auf 2’701 m.ü.M. fliegen, die Zivilisation hinter mir lassen und mich für zwei Wochen in ein besonderes Abenteuer stürzen. Ohne zu zögern habe ich zum ersten Mal zugesagt, eine SAC-Hütte aushilfsweise zu bewarten. Das war vor ein paar Wochen. Ich denke an die verschiedenen Mails, die zwischen dem Hüttenwart und mir hin- und hergingen. Nun ist es soweit! Ich staune über meinen Mut.Der Hüttenwart richtet mir per SMS aus, er sei bereits auf der Hütte. Das beginnt schon gut, denke ich. Ich rufe ihn an und erhalte genaue Instruktionen, wie ich zur Helibasis gelange. Das Taxi lädt mich vor einem bunkerähnlichen Tor aus, ich drücke auf den Knopf. Wenige Sekunden später öffnet sich die Lifttür. Ich betrete mit meinen wenigen Habseligkeiten den riesigen Schlund des auf 1'000 kg ausgerichteten Lifts. Erst nach einigen Versuchen setzt sich das containerähnliche und schwerfällige Gefährt langsam in Bewegung. Erleichtert steige ich oben aus. Zwei Helis stehen auf dem Landeplatz. Mit welchem werde ich wohl fliegen? Meinem langgehegten Traum entgegen.  
In sieben Minuten hoch hinauf und weit weg!

„Sieben Minuten!“ antwortet der Pilot auf meine Frage, wie lange der Flug dauern würde. In sieben Minuten der Zivilisation entfliegen, entfliehen. Das Unbekannte rückt näher als ich in den Helikopter steige, die Kopfhörer überstülpe, die Gurten befestige und die Rotoren sich immer schneller zu drehen beginnen. 
Der Heli fliegt, bestückt mit einer Warenladung, entlang der Bergflanke in ein Seitental hinein. Ich habe keine Ahnung, wo die Hütte liegt. Plötzlich taucht auf einem Felsplateau ein winzigkleines Gebäude auf. War’s das schon? Gerne würde ich weiter, höher fliegen. In sieben Minuten tausend Höhenmeter! 
Hektik, Nervosität beim Aussteigen. Alles muss rasch gehen. Kurze Zeit später erkunde ich meinen temporären Arbeits- und Wohnort. Der erst kürzlich fertigerstellte helle, lichtdurchflutete Anbau zur Hütte verbreitet eine behagliche Atmosphäre. Mir gefällt’s! Ich beziehe mein Zimmer und helfe anschliessend dem Hüttenwart beim Verräumen der Warenladung: Bierdosen, Konservenbüchsen, Durstlöscher in PET-Flaschen, Butter, Konfi, Brot und noch vieles mehr, was das Herz eines Gastes begehrt, schleppen wir über eine enge, steile Treppe in den Keller.

Mit klammen Fingern und trotz Skijacke schlotternd lasse ich mich auf der Sitzbank in der modernen, grosszügigen Küche, neben dem Holzofen, nieder. Warm ist es hier drinnen nicht! Der Hüttenwart ist mit Handwerkern in der Hütte unterwegs. Sie decken ihn mit letzten Instruktionen zu den technischen Anlagen im Keller ein, bevor es mit dem Heli zurück ins Tal geht. Dann sind wir auf uns alleine gestellt. Angeblich gibt es Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung. Ich nehme es gelassen. Dann wird halt nichts aus dem Zimmer mit fliessend warmem und kaltem Wasser. Von der Sitzbank aus beobachte ich das hektische Treiben in der Hütte: es wird hinauf- und hinuntergerannt, Türen knallen zu. Zwischendurch ein paar Gesprächsfetzen. Überall zieht kalte Luft durch.

Die Kunst der einfachen Küche
Später führt mich der Hüttenwart in die Kochkünste ein. Der Menuplan ist einfach. Zur Auswahl stehen verschiedene Suppen, Poulet, Hackbraten und Fleischkäse mit den Beilagen Reis, Teigwaren und Kartoffelpüree. Natürlich fehlen auch die Büchsenerbsli, die Bohnen und der Maissalat nicht auf dem Speisezettel. Für den krönenden Abschluss stehen Fruchtsalat und Ananas zur Auswahl. Ich bin zuversichtlich, dass ich das mit der Kocherei auf die Reihe kriege. Schliesslich geht es hier oben auf 2’701 m.ü.M. nicht um Gault Millaut-Punkte.
Der Hüttenwart erklärt mir, dass es am Morgen weder einen Weckdienst noch einen Frühstücksservice gibt. Das Frühstück wird bereits am Vorabend bereitgestellt.
Ich bin erleichtert und froh darüber, dass ich nicht in aller Herrgottsfrühe aus dem warmen Schlafsack kriechen, schlaftrunken in der kalten Küche mit Milchpfannen, Kaffee- und Teekrügen hantieren und mit klammen, zittrigen Fingern Brot schneiden muss. 

Der Stundenzeiger der Küchenuhr rückt gegen zwölf. Ich begleite den Hüttenwart auf dem Kontrollgang durch und um die Hütte. Oder wie er später zu sagen pflegt: um die Güter. „Nein, eine Taschenlampe habe ich nicht dabei.“ Der Hüttenwart schaut mich ungläubig und staunend an. Eine solche müsse in einer Hütte funktionstüchtig bereitliegen. Man wisse ja nie, wann der Strom ausfalle. „Und einen Wecker?“ Ich vertraue darauf, bei der einsetzenden Morgendämmerung zu erwachen.  
Hellwach und aufgedreht von den unzähligen neuen Eindrücken nach dem ersten Tag lege ich mich ins Bett und geniesse die Aussicht aus dem Fenster.
Der Schnee auf der gegenüberliegenden Bergflanke reflektiert das Licht. Die vorbeiziehenden Himmelsbilder faszinieren mich. Ich versuche einzuschlafen. Mein Herz pocht laut.

Voller Tatendrang in den ersten Arbeitstag
Am nächsten Morgen steige ich um halb acht aus dem Bett. Die Geräusche und das geschäftige Treiben der Frühaufsteher haben mich gegen halb sechs aus meinem leichten Schlaf geholt. In der Helligkeit des anbrechenden Tages habe ich weiter vor mich hingedöst und zwischendurch immer wieder einen Blick hinaus in die herrliche Bergwelt und die sich stets verändernde Wolkenlandschaft geworfen. Als ob ich etwas verpassen könnte!
Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen, steige hinunter in die Küche. Der Hüttenwart sitzt bereits am Küchentisch vor einer Tasse Kaffee. Wenig später räumt er, bevor ich einen Finger rühren kann, in aller Eile das Frühstücksgeschirr der Gäste ab, wäscht ab und räumt die Küche auf. Ich gehe nach der Morgentoilette und dem Frühstück hinauf in die Gästezimmer und bringe alles in Ordnung. Die Betten sehen wieder aus wie frisch angezogen.
„Meine“ ersten Gäste, zwei charmante ältere Herren, stehen am frühen Nachmittag mit strahlenden, sonnengebräunten und ein bisschen müden Gesichtern an der Réception. Sie erzählen begeistert von ihrer Tour. Ich komme mit ihnen ins Gespräch. Sie sind hüttenerfahren und zeigen viel Verständnis für die harte Arbeit eines Hüttenwartes. Ich zucke mit den Schultern. Ich werde es sehen. Noch bin ich voller Energie und Tatendrang.

Zum ersten Mal auf mich alleine gestellt  - der Holzofen, die Kochtöpfe und die Fragen der Gäste halten mich auf Trab
Am Samstagnachmittag, zwei Tage nach meiner Ankunft, verabschiedet sich der Hüttenwart - für mindestens eine Woche, wie er erklärt. Meine letzten Fragen, seine letzten Anweisungen und schon steht er auf seinen Skiern vor der Hütte. Mit eleganten Schwüngen fährt er ins Tal hinunter. Ich schaue ihm eine Weile nach, kehre dann gedankenversunken zurück in die Hütte. Von jetzt weg bin ich auf mich alleine gestellt, geht es mir durch den Kopf. Der Hüttenwart hat mir versichert, dass es in den kommenden Tagen keinen grossen Gästeansturm geben wird. Ein Blick in das Reservationsbuch bestätigt mir dies. Ich bin guten Mutes. 
Am Sonntagmorgen stehe ich mit einem mulmigen Gefühl in der riesigen Küche. Der erste Arbeitstag als temporäre Hüttenwartin beginnt. Die Gäste vom Vorabend sind bereits über alle Berge. Es ist kalt und ich setze mich vor den Holzofen, werfe zerknittertes Zeitungspapier, dünne Holzscheite und ein brennendes Zündholz hinein. Es dauert eine Weile, bis das Feuer lodert, das Holz knistert und es warm wird.
Gedanklich beginne ich die anfallenden Arbeiten zu organisieren. Eines nach dem anderen! Und nichts vergessen! Zumindest nichts Wichtiges! Der Tagesablauf ist einfach und klar. Spätestens am Mittag müssen die Zimmer für die neuankommenden Gäste bezugsbereit sein. Und um fünf Uhr abends müssen die Pfannen für das Nachtessen auf dem Gasherd stehen. Sonst wird’s eng mit dem Nachtessen um viertel nach sechs. Der Hüttenwart hat mich gut instruiert.

Im Verlaufe des Nachmittags trudeln die ersten Gäste ein. Ob sie wohl merken, dass ich erst seit Kurzem auf der Hütte bin und dies mein erster, richtiger Arbeitstag ist? Manchmal platzt es einfach aus mir heraus und ich erzähle, wie ich zu diesem Job gekommen bin. Von den einen kommt ein bewunderndes Lächeln zurück. Andere sind mit sich selber beschäftigt und wollen wissen, wo sie ihre nassen Skischuhe trocknen können, wo die Toiletten sind, ob und wo es einen Mobilfunkempfang gibt, wann das Nachtessen aufgetischt wird. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen, gebe geduldig Auskunft, teile die Zimmer zu, stelle die Getränke bereit und rühre in den grossen Kochtöpfen. Die Zeit bis zum Nachtessen vergeht im Nu. Plötzlich muss ich einen Zacken zulegen. Schliesslich geht der Zeitplan auf.
Während die Gäste längstens unter den weichen, warmen Duvets liegen, trockne ich die letzten Pfannen, Teller und Gläser ab und reibe den Spültrog blitzblank aus. Auf meinem nächtlichen Kontrollgang durch und um die Hütte schliesse ich alle Türen, lösche die Lichter, werfe den Gasstrahler im Keller an (damit die Wasserleitung nicht einfriert), schiebe ein Stück Holzkohle in den Ofen und geniesse schliesslich ein Gläschen Rotwein – zum Abschalten und Entspannen.
Gegen Mitternacht krieche ich müde in meinen Schlafsack und betrachte beim Einschlafen die vorbeiziehenden Wolken. Meine Gedanken kreisen um den vergangenen Tag. Jedes Geräusch macht mich hellhörig. Ich ziehe das Duvet bis über die Ohren.

Die erste Dusche – kurz und heiss
Mitte der ersten Woche, an einem gästefreien Tag, will ich mir zum ersten Mal eine Dusche gönnen. Doch das wohlige Vergnügen ist von kurzer Dauer. Über meine eingeseifte Haut perlt der Rest des heissen Boilerwassers. Es nützt nichts, dass ich wie wild den Kaltwasserhahn aufdrehe. Kein Tropfen! Notdürftig bekleidet gehe ich hinunter in die Küche. Auch dort ertönt nur ein leeres, würgendes Gurgeln aus dem Wasserhahn. Ich fülle ein Plastikgefäss mit warmem Wasser vom Holzherd. So wird aus der herbeigesehnten Dusche eine Katzenwäsche.  

Die gefrorene Wasserleitung verändert den Hüttenalltag
An einem sonnigen Sonntagmorgen steht der Hüttenwart mit einem Sanitärinstallateur in der Hütte. Seit der heissen Dusche fliesst kein Wasser mehr. Zusammen suchen sie nach der Ursache. Nach kurzer Zeit lautet der Befund: Wasserleitung eingefroren!
Schliesslich legen sie eine oberirdische Wasserleitung. Das Wasser sprudelt wieder. Aber nur für kurze Zeit. Während der kalten Nacht versiegt das Nass. Der Hüttenwart beschliesst, auf der Hütte zu bleiben. In den folgenden Tagen demontiert und leert er die Leitung mehrmals – alles mit viel Geduld und Akribie.
Als die Leitung trotz teilweiser Isolation immer wieder einfriert, gibt es nur noch eins: Plastiktonnen mit Schnee füllen und das Schmelzwasser abkochen. Das Füllen und Herumschieben der schweren Töpfe auf dem Herd ist zeitaufreibend und anstrengend und hat doch etwas Sinnhaftes. Ohne Wasser geht nichts: kein Händewaschen, kein warmes Essen, kein sauberes Geschirr.    Wenn Handwerker auf der Hütte festsitzenAn einem bedeckten und wolkenverhangenen Morgen bringen zwei Helis eine Gruppe Handwerker und den Hüttenwart auf die Hütte. Sie sollen die Probleme mit der Wasserversorgung beheben und die Abwaschmaschine zum Funktionieren bringen. In der Küche geht es zu und her wie in einem Bienenhaus. Kurz vor Mittag der Testlauf: die Wasser- und Stromanschlüsse funktionieren. Reihum zufriedene Gesichter. Den Hüttenwart freut’s besonders. Nie mehr von Hand abwaschen!

Nun stellt der starke Schneefall, der unterdessen eingesetzt hat, die ganze Mannschaft vor eine neue Herausforderung. An einen Rückflug ins Tal ist vorläufig nicht zu denken. Der Pilot hat alle Hände voll damit zu tun, dass der Heli nicht eingeschneit wird. Ein erster Flugversuch scheitert. Nach wenigen Minuten steht die sechsköpfige Mannschaft wieder in der Hütte. Das Warten geht weiter bei Kaffee, Tee, angeregten Gesprächen – und Sudoku. Irgendwann kippt die Stimmung: Langeweile und Unmut machen sich breit. Da hilft auch die währschafte Wal-liser Rösti nichts.  
Nach einer Weile beginnen einzelne, den Steamer auseinanderzunehmen, um seinen Macken auf die Spur zu kommen. Der Pilot bestellt eine warme Ovo. Als die ersten Gäste im Verlaufe des Nachmittags eintreffen, wimmelt es in der Küche immer noch von Handwerkern. Ein selt-sames Tohuwabohu! Schliesslich fällt der Entschluss, zu Fuss durch den knietiefen Schnee ins Tal aufzubrechen. Auf einen Schlag wird es ruhig in der Küche. Wenig später beginnen trotz schlechter Sicht die Rotoren des Helis zu drehen. Aus Sicherheitsgründen dürfen keine Passagiere mitfliegen. Nach dem Nachtessen kommt die Abwaschmaschine zum ersten Mal zum Einsatz. Ein aufregender und ungewöhnlicher Tag geht zu Ende. Mit Wehmut, wunderbaren Erinnerungen und Schwielen an den Händen zurück ins TalNach zwei Wochen intensivem Hüttenleben packe ich meine sieben Sachen. Der Heliflug verzögert sich. Eine weisse Nebelwand versperrt den Blick ins Tal. Und wenn sie sich nicht auflöst? Draussen auf einem Stein sitzend geniesse ich ein letztes Mal die Stille und den Anblick der Berge. Es ist wunderbar. Plötzlich ertönt das Geräusch des Helis. Ein kleiner Punkt in der Luft nähert sich der Hütte. Hektik, Nervosität beim Einsteigen. Mit Wehmut fliege ich zurück. In sieben Minuten der Zivilisation entgegen.

Es bleibt Zeit, zurückzublicken auf einen unvergesslichen und eindrücklichen Aufenthalt in der Abgeschiedenheit und Einsamkeit der Berge. Ich erinnere mich an die zahlreichen interessanten Begegnungen mit Gästen aus aller Welt.
Mir kommen die drei jungen, sympathischen Tourenfahrer aus dem Raume Stuttgart in den Sinn, die sich gleich für vier Nächte einquartiert hatten und jeden Morgen bei Sonnenaufgang voller Abenteuerlust auf die Skier standen, um zu den umliegenden Gipfeln aufzubrechen. Sie genossen es sichtlich, ein paar Tage in der Hütte zu verbringen, waren gutgelaunt und hatten sich im Sechserzimmer so eingenistet, dass es unmöglich war, andere Gäste bei ihnen unter-zubringen. Vor allem aber waren sie durstig und hungrig. Der Weissbierumsatz schnellte in diesen Tagen in die Höhe.
Mir war’s recht! Gerne stieg ich in den Keller, um Nachschub anzuschleppen. Auch für die vier Schweizer, die sich zuerst mit zwei Flaschen begnügten und nach ein paar Minuten eine dritte Flasche verlangten. Die Gläser seien zu gross!

Dann denke ich an jenen jungen, französischen Bergführer mit seinem verzückenden Lächeln, der mich, als ich in der Küche alle Hände voll zu tun hatte, mit allerlei Fragen zu den Schneeverhältnissen, zum Tourengebiet und zum Wetter bestürmte. Schliesslich brauchte er unbedingt eine warme, windundurchlässige Mütze für den nächsten Tag.
Auch an die drei Franzosen, die am Morgen zu einer Tour aufbrachen und am Abend unverhofft wieder in der Hütte standen, erinnere ich mich. Schnee, Kälte und Sturm hatten sie zur Umkehr gezwungen. Die Erleichterung stand ihnen ins Gesicht geschrieben, als sie vor dem gedeckten Tisch sassen.
Einer von ihnen war mit Erfrierungen an den Fingern zurückgekehrt und bat mich um einen Krug warmes Wasser. Am nächsten Tag waren seine Finger einbandagiert.
Wir konnten nichts machen. Er musste zum Arzt. Von der Küche aus beobachtete ich, wie sie mühsam talwärts kurvten. 

     
   
     
Gastbeitrag:
P. R.
18.11.2013
 
Als Saisonarbeiter in einer Berghütte leben:
Nützliche Infotipps für Forstarbeiter



Die karge Bergwelt zieht die Menschen an. Die meisten davon wollen nur die Schönheit der Berge während einer Bergtour oder eines Urlaubs genießen.
Es gibt aber auch solche, die unter diesen schweren Bedingungen arbeiten möchten. Für viele ist ein Job als Hüttenwart ein Traum – man kann dabei die Liebe zu den Bergen gekonnt mit einem Job vereinbaren. Allerdings gibt es auch noch viele andere Möglichkeiten, die Berge als eine Art Herausforderung im Beruf zu betrachten.
Dazu gehört die Arbeit eines Försters. Manchmal werden die Forstarbeiten in schwer zugänglichen Gegenden durchgeführt. In diesem Fall bietet sich für die Forstarbeiter die Gelegenheit an, eine Zeitlang in einer Berghütte zu leben.
Der Job im Wald ist jedoch mit vielen Gefahren verbunden.

Wie man mit den Risiken umgehen soll, erfährt man in diesem Beitrag.
Fachkenntnisse und entsprechende Ausrüstung sind im Wald ein Muss. Die Forstwirtschaft gehört zu den gefährlichsten Arbeitsbranchen überhaupt. Auf die Arbeiter lauern jeden Tag viele Gefahren und das Risiko, einen Unfall während der Arbeit zu erleiden ist hier besonders hoch.
Die Unfälle beim Forst gehören mitunter zu den schwersten, was eine hohe Ausfallzeit nach dem Unfall bedeutet. Viele dieser unglücklichen Ereignisse enden tödlich, obwohl es sich dabei um Unfälle handelt, die professionelle Arbeiter mit exzellentem Fachwissen und mit der modernsten Schutzausrüstung und –Bekleidung, wie unter, betrifft. Das Risiko wird natürlich viel größer, wenn man als Neuling und ohne entsprechende Erfahrung im Wald arbeiten soll. Damit die Gefahren womöglich vermieden werden, sollte man einige Sicherheitstipps beachten.

Förster auf der Alphütte
Die Arbeit im Wald sicherer gestalten
Das Sicherheitsmanagement bei den Forstarbeiten beginnt schon eigentlich lange, bevor man in den Wald geht um zu arbeiten. Zuallererst sollte man nie alleine in den Wald gehen. Das alte Sprichwort besagt: „Allein im Wald wirst du nicht alt."
Deswegen sollte man sich immer mit den Nachbarn zusammentun, um die Waldarbeiten auf dem eigenen Grundstück gemeinsam zu koordinieren. Dadurch wird die eigene Sicherheit erhöht und die körperliche Belastung wird weniger anstrengend.

Des Weiteren sollte man immer seine Gerätschaft überprüfen, bevor die Arbeiten beginnen. Das betrifft alle Maschinen, Seile, Winden, Ketten usw.
Eine regelmäßige Überprüfung betrifft auch die Erste-Hilfe-Ausrüstung. Man sollte kontrollieren, ob alles Nötige dabei ist und noch eingesetzt werden kann (Verfallsdatum). Wichtig ist auch, dass man damit auch im Notfall umgehen kann.
Für den Fall der Fälle sollte immer die Notrufnummer im Handy gespeichert werden.
Zu der Pflichtausrüstung eines Waldarbeiters gehören unter anderen:

  • Schnittfeste Arbeitshandschuhe
  • Gehör- und Gesichtsschutz
  • Schnittschutzhose sowie Schuhe mit einer Stahlkappe
  • Spezielle Waldarbeiterjacke

Auch an die Sicherheit der Touristen und Spaziergänger soll gedacht werden. Der Arbeitsbereich soll mit entsprechenden Warnschildern abgesichert werden. An Stellen, die besonders gefährlich sind, sollten möglichst extra Warnposten aufgestellt werden.

     
     
   
     

Sonntagszeitung vom 31.8.2008
 
Alptraum - Ausstieg auf Zeit:
Städter suchen das Simple Life in den Bergen


Bericht in der Sonntagszeitung vom Silke Bender
(freie Journalistin Berlin)
Wie eine Paris Hilton schaut Cornelia Küng nicht aus. Auf ihre kräftigen Hände verirrt sich wohl selten Nagellack, und mit ihren trainierten Oberarmen kann sie vermutlich besser Zaunpfähle in die Erde hauen...............
Hier geht's zum ganzen Artikel
     
   
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Weitere Erfahrungsberichte sind in Bearbeitung und werden in Kürze aufgeschaltet.
   
www.sentiero.ch wünscht allen Lesern ein gute Unterhaltung



 

 


















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